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Einsatzeinheiten NRWEinsatzeinheiten NRW

Die Einsatzeinheiten NRW

Die multifunktionalen Einsatzeinheiten (EE) sind in der Lage, bei Schadenereignissen jeder Größenordnung schnell und flexibel, abgestimmt auf die bereits bestehenden Strukturen des Rettungsdienstes und der Feuerwehren, den betroffenen Menschen gezielt zu helfen.

Ansprechpartner

Herr
Daniel Waterreus

Telefon: (0571) 21330
d.waterreus(at)drk-minden.de

Kutenhauser Str. 4
32425 Minden

Was sind Einsatzeinheiten?

Veränderungen der politischen Gegebenheiten in Europa, begleitet von einschneidenden Änderungen der politischen Vorgaben im Zivil- und Katastrophenschutzes, sowohl finanzielle als auch strukturell, und die insbesondere im Bereich des Rettungsdienstes in den vergangenen Jahren veränderten Hilfeleistungsstrukturen haben eine Anpassung des Leistungsangebotes des Deutschen Roten Kreuzes erforderlich gemacht.

Die Größe der bisher bestehenden Einheiten des Sanitäts- und Betreuungsdienstes des Katastrophenschutzes, ihre langen Alarmierungszeiten und ihre stark auf den Zivilschutz abgestimmte Ausstattung und Ausbildung haben dazu geführt, dass diese Einheiten bei der Bewältigung von Schadensereignissen in den vergangenen Jahrzehnten immer weniger zum Einsatz kamen.

Überlastete Rettungsdienste und Feuerwehren bei größeren Schadensereignissen einerseits, und frustrierte, demotivierte, weil nicht mehr gebrauchte Helferinnen und Helfer der Hilfsorganisationen andererseits waren die Folge.

Schaubild einer Einsatzeinheit NRW (EE) mit 33 Einsatzkräften

Die Gremien des Deutschen Roten Kreuzes haben daher eine Umstrukturierung der Einheiten beschlossen. Ziel ist es, den veränderten Anforderungen gerecht zu werden, die sich aus den Schadensereignissen ergeben können, wie sie in einer modernen Industriegesellschaft möglich sind.

Das Land NRW hat mit dem Erlass vom 23.08.2013 nun auch verbindlich für alle Hilfsorganisationen den Aufbau einer Einsatzeinheit festgeschrieben.

Die Komponenten der DRK-Einsatzeinheit

Eine Einsatzeinheit NRW besteht aus 33 Einsatzkräften mit den Fachdiensten Sanität, Betreuung und Technik. Die einzelnen Komponenten der Einsatzeinheit haben spezifische Aufgaben und Strukturen:

  • Der Führungstrupp ( 1 / 1 / 2 // 4 )
    Schaubild des Führungstrupps der Einsatzeinheit NRW

    Der Führungstrupp (Zugtrupp) führt die DRK-Einsatzeinheit sowohl bei Sanitäts-, als auch bei Betreuungsdiensteinsätzen. Dem Führungstrupp gehören der Zugführer, ein Zugtruppführer und zwei Führungshelfer für den Bereich Kommunikation (Sprechfunk usw.) an.

    Der Führungstrupp ....

    • stellt die Kommunikation und Kooperation mit der übergeordneten Führungsstelle und benachbarten Einheiten sicher, nimmt Einsatzaufträge entgegen und informiert über Lageentwicklung und Einsatzabwicklung
    • nimmt die Feststellung und Beurteilung der Lage im Einsatzbereich der Einsatzeinheit vor

    • regelt den sanitäts- und betreuungsdienstlichen Einsatz unter Beratung der Fach- und Führungskräfte

    • erteilt Aufträge an die Gruppen der Einsatzeinheit und kontrolliert die Durchführung

    • trägt Sorge für die Sicherheit im Einsatz mit Unterstützung der Fach- und Führungskräfte

    • trägt Sorge für die Verstärkung, Ergänzung und Ablösung der Einsatzeinheit bzw. Teileinheiten.

    Was stellt der Ortsverein Minden?

    Der Führungstrupp der EE NRW Minden 01 wird der Führungstrupp vom DRK-Ortsverein Petershagen-Lahde gestellt.

    Im Rahmen der Bezirkseinsatzeinheit Detmold 3, die direkt der Bezirksregierung Detmold untersteht, wird durch den DRK-Ortsverein Minden der Führungstrupp mit den Führungsassistenten und Sprechfunkern unterstützt.

     

     

  • Die Sanitätsgruppe ( 1 / 1 / 8 // 10 )
    Schaubild der Sanitätsgruppe der Einsatzeinheit NRW

    Aufgrund der notfallmedizinischen Entwicklung des Rettungsdienstes haben sich die Aufgabenstellungen des Sanitätsdienstes in den vergangenen Jahren geändert.

    Bei Ereignissen mit Personenschäden wird die Rettungsleitstelle je nach dem Ausmaß der Schadenslage - entsprechend dem MANV-Plan des Kreises Minden-Lübbecke - alle zur Verfügung stehenden eigenen Rettungsmittel, ggf. Rettungsmittel benachbarter Rettungswachen, alarmieren und einsetzen. Es ist davon auszugehen, dass die primäre Versorgung von Verletzten durch rettungsdienstliches Personal begonnen wird. Ein "Leitender Notarzt" (LNA) hat die medizinische Einsatzleitung und bestimmt mit dem Organisatorischen Leiter (OrgLRD.) den Einsatz von Rettungsmittel. Damit kommt der Sanitätsgruppe im Wesentlichen eine verstärkende und ergänzende Funktion zu.

    Die Sanitätsgruppe .....

    • führt dringend benötigtes Material wie Tragen, Decken, Infusionen, Sauerstoffgeräte, Verbandsstoffe usw. an die Einsatzstelle und unterstützt die Notärzte und das Rettungsdienstpersonal - soweit notwendig - bei der Versorgung der Verletzten

    • schafft - je nach Notwendigkeit - die erforderlichen Infrastrukturen an der Einsatzstelle durch Einrichten einer Behandlungsstelle

    • sucht ggf. Verletzte und führt deren Erstversorgung durch

    • übernimmt erstversorgte Verletzte, z.B. von Verletztenablagen 

    • versorgt und betreut Verletzte und Kranke bis zu deren Abtransport in die Klinik

    • versorgt die leicht verletzten Betroffenen und sorgt so für eine Entlastung des Rettungsdienstes, der Notärzte und der Krankenhäuser

    • nimmt unverletzte Betroffene in ihre Obhut und betreut diese ggf. bis zur Übergabe an die Betreuungsgruppe

    • sorgt für die Registrierung und Dokumentation

    Was stellt der Ortsverein Minden?

    Der DRK-Ortsverein Minden stellt in der Sanitätsgruppe der EE NRW Minden 01 eine Transportkomponente,

    • der Krankenwagen KTW- Typ B

    Die Transportkomponente KTW ist mit einem Rettungssanitäter und einem Rettungshelfer besetzt.

    Im Rahmen der Bezirkseinsatzeinheit Detmold 3, die direkt der Bezirksregierung Detmold untersteht, wird durch den DRK-Ortsverein Minden

    • der Gerätewagen Sanität (GW-San) gestellt

    Der GW-San ist mit einem Arzt und 5 Rettungshelfern zu besetzen. Eine  Doppelbesetzung ist mindestens zu gewährleisten.

     

     

  • Die Betreuungsgruppe ( 0 / 4 / 11 // 15 )
    Schaubild der Betreuungsgruppe der Einsatzeinheit NRW

    Schadenereignisse lassen sich aufgrund ihrer Komplexität sehr selten nur einem Fachdienst zuordnen. Fast immer sind Menschen individuell unterschiedlich von einem Unglücksfall betroffen. Nicht alle Betroffenen sind verletzt und werden daher auch nicht vom Rettungsdienst und Sanitätsdienst versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.

    Das Deutsche Rote Kreuz wird zukünftig auch die Betreuungsgruppe zeitnah in die Hilfeleistung bei allen Schadenereignissen einbeziehen. Die Betreuungsgruppe soll spätestens eine Stunde nach Eintritt eines Schadenereignisses an der Einsatzstelle eintreffen.

    Die Betreuungsgruppe .....

    • leistet den Betroffenen überall dort Hilfe, wo sie sich aufgrund der Situation aus eigenem Vermögen nicht selbst helfen können

    • betreut und versorgt hilfebedürftige Menschen mit lebensnotwendigen Versorgungsgütern

    • sorgt für Verpflegung und vorläufige, vorübergehende Unterbringung von Betroffenen

    • sichert die sozialen Belange der Betroffenen

    Was stellt der Ortsverein Minden?

    Der DRK-Ortsverein Minden stellt in der Betreuungsgruppe der EE NRW Minden 01

    • das Betreuungsdienstgespann und
    • den BetreuungsKombi

    Somit stellen wir im Einsatzfall 12 Betreuungsdiensthelfer in der Doppelbesetzung.

    Im Rahmen der Bezirkseinsatzeinheit Detmold 3, die direkt der Bezirksregierung Detmold untersteht, wird durch den DRK-Ortsverein Minden

    • der Betreuungsdienst LKW

    gestellt. Der BtLKW ist mit einem Feldkoch und 2 Verpflegungsdiensthelfern zu besetzen. Eine  personelle Doppelbesetzung ist mindestens zu gewährleisten.

     

     

  • Der Techniktrupp ( 0 / 1 / 3 // 4 )
    Schaubild des Techniktrupps der Einsatzeinheit NRW

    Der Techniktrupp gewährleistet die technische Unterstützung der Sanitäts- und Betreuungsgruppen und übernimmt die sicherheitstechnische Absicherung der gesamten Einheit im Einsatz (ggf. in Abstimmung mit anderen Organisationen, z.B. Feuerwehr).

    Mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben werden die infrastrukturellen technischen und logistischen Voraussetzungen für eine Entlastung der Sanitäts- und Betreuungsgruppe geschaffen, so dass diese vorrangig ihre ureigenen Aufgaben wahrnehmen können.

    Gleichzeitig wird das für die Einsatzeinheit erforderliche Ausmaß an (begrenzter) technischer Unabhängigkeit von anderen Fachdiensten sichergestellt.

    Der Techniktrupp .....

    • verrichtet handwerklich-technische Tätigkeiten mit entsprechenden Werkzeugen und Hilfsmitteln

    • errichtet Zelte

    • errichtet und betreibt sicherheitsgerecht technische Geräte und Anlagen (z.B. Notstromversorgung, Beleuchtung, Zeltheizgeräte)

    • überwacht die technischen Geräte während des laufenden Betriebes

    • wirkt bei der Logistik der gesamten Einheit mit

    • bietet technische Unterstützung bei der Personen-Dekontamination

    • berät die Einheit fachlich bei Unfällen mit chemischen oder radiologischen Stoffen

    • führt technische Maßnahmen zum Schutze der Einheit bei Unfällen mit Gefahrenstoffen durch

    Was stellt der Ortsverein Minden?

    Der Techniktrupp der EE NRW Minden 01 wird komplett vom DRK-Ortsverein Minden gestellt. Hierzu steht der ortsvereinseigene

    • MTW Technik und Sicherheit 
    • Anhänger Technik

    zur Verfügung. Die Helfer haben neben den Grundausbildungen auch eine Fachdienstausbildung Technik und einige sind in der "Stromversorgung im Einsatz" ausgebildet und sind im Ortsverein Elektrotechnisch unterwiese Personen.

     

     

Schnell Einsatz Gruppen (SEG)

Seit 2008 werden aus den Einsatzeinheiten auch so genannte  Schnelle Einsatz Gruppen (SEG) gebildet. Unterschieden wird hierbei, ob es sich um einen Sanitäts- oder um einen Betreuungsdiensteinsatz handelt. Je nach Einsatzstichwort rücken dann vorher bestimmte Fahrzeuge zur Einsatzstelle aus. Dies soll innerhalb einer halben Stunde geschehen sein.

Alarmiert werden alle Helfe der Einsatzeiheit. In den Gemeinschaften ist geregelt, welche Fahrzeuge besetzt werden müssen. Eine wichtige Aufgabe ist hier, dass das Material schnell an die Einsatzstelle gelangt.

Wir stellen hier wahlweise die

  • SEG Sanität oder die
  • SEG Betreuung.

Was bringen Einsatzeinheiten?

Die direkte zeitliche Anbindung der Sanitätsgruppe der Einsatzeinheit an den Rettungsdienst sowie die zeitnahe Einbindung der Betreuungsgruppe in die Hilfeleistung schließt die bisher vorhandene Versorgungslücke zwischen dem Rettungsdienst und dem Katastrophenschutz.

Durch die multifunktionale Struktur der Einsatzeinheit mit ihrer Ausstattung und der Ausbildung des Personals ist das DRK jederzeit in der Lage, den Rettungsdienst bei der Versorgung von Verletzten und Erkrankten wirkungsvoll zu unterstützen, zu ergänzen und ggf. abzulösen. Die von einem Schadensereignis betroffenen, aber unverletzten Menschen werden betreut und versorgt. Je nach Schadenlage unterstützen sich die Sanitäts- und Betreuungsgruppe in ihren Aufgaben.

Die DRK-Einsatzeinheiten kann sowohl als komplette Einheit, als auch in Fachgruppen eingesetzt werden.

Personalstärke und Ausstattung

Die Personalstärke der Einsatzeinheit beträgt 33 Einsatzkräfte. Zu jeder Einsatzeinheit gehört ein Arzt. Der Arzt muss die Qualifikation zum Notarzt ("Fachkundenachweis Rettungsdienst") besitzen. Eine personelle Zweitbesetzung der Einsatzeinheit ist mindestens zu gewährleisten.

Untersuchungen von Schadensereignissen unterhalb der Katastrophenschutzschwelle in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es in kürzester Zeit zu einer großen Zahl hilfebedürftiger -verletzter und unverletzter- Personen kommt. Der Rettungsdienst konzentriert sich vorrangig auf die Versorgung von Notfallpatienten und deren Transport in die Kliniken.

Da der Rettungsdienst prinzipiell (entsprechend der DIN) für den individuellen Notfall ausgestattet ist, reicht die Ausstattung eines RTW oder KTW in der Regel nur für die Versorgung eines Notfallpatienten aus. Insbesondere mangelt es bei einem Massenanfall von Verletzten an Material, wie Tragen, Decken, Infusionen, Medikamenten, Ruhigstellungsmaterial und Sauerstoff. Außerdem verfügt der Rettungsdienst über keinerlei Möglichkeiten, bei schlechter Witterung z.B. einen überdachten Verbandplatz (Zelt) oder bei Dunkelheit Beleuchtung zu schaffen. Die Einsatzeinheit schließt diese Versorgungslücke.