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Ralf Sassenberg


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Kampfgenossenverein - Sanitätskolonne (1885 - 1889)

1864 werden in Genf die ersten Rotkreuzabkommen unterzeichnet.

Nach den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 wurde in den militärischen Führungsstäben der Wunsch immer stärker, aus Zivilisten gebildete Sanitätskolonnen im gesamten Reichsgebiet aufzustellen. Diese Kolonnen sollten im Kriegsfall ehrenamtlichen Dienst in der Etappe und im Heimatgebiet versehen. Der Etappendienst sollte hier vor Allem das Begleiten von Lazarettzügen der Eisenbahn aus dem Frontgebiet zu den Unterbringungsgebieten bedeuten. Der Heimatdienst unterhielt z.B. Erfrischungsstationen auf den Bahnhöfen, in denen die Lazarettzüge hielten; dazu kam der Verwundetentransport von den Bahnhöfen in die Reservelazarette und die Betreuung in den Lazaretten selbst.

Allerdings sollten diese Sanitätskolonnen auch im Frieden tätig sein, um ständig in Übung zu bleiben.

Deshalb trat das Kriegsministerium in Verhandlungen mit dem Deutschen Zentralkomitee vom Roten Kreuz, um Richtlinien für Art und Anzahl etwa aufzustellender Kolonnen zu erörtern. In Folge dieser Verhandlungen nahm der Preußische Landesverein vom Roten Kreuz Verbindung zum Deutschen Kriegerbund auf. Die in diesem Bund zusammengeschlossenen Veteranenvereine hatten sich nämlich seinerzeit in ihren Satzungen verpflichtet, im Kriegsfall Hilfskräfte für den Sanitätsdienst zu stellen. Außerdem nahm man an, dass die ehemaligen Soldaten des damals 12 Jahre zurückliegenden Deutsch-Französischen Krieges Eignung und Verständnis mitbringen würden.

1885 waren schließlich in Norddeutschland 36 Sanitätskolonnen mit insgesamt 980 Mann gebildet worden.  In jenem Jahr ist auch in Minden eine solche Kolonne entstanden. Es erklären sich der Kriegerverein Minden und der Kampfgenossenverein Minden zur Unterstützung des militärischen Sanitätsdienstes bereit. Dazu gründen sie gemeinsam eine Krieger-Sanitätskolonne, der 11 Mitglieder des Kriegervereins und 7 des Kampfgenossenvereins beitreten.

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